Stoischer Bär

Allrad
Kamera
Reserverad
Parksensoren
Schaltwippen
Einsteigen zu den Notsitzen
Preis: € 43.260,-, Mehrausstattung: € 10.442,08, Gesamtwert des Testfahrzeuges: € 53.702,08
Sicherheit: Airbag für Fahrer und Beifahrer, Seitenairbags vorne und hinten, Knieairbag für Fahrer, 3-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen, ISOFIX-Kindersitzverankerung im Fond, Kopfstützen auf allen Plätzen,
Verbrauch/Drittelmix*: 7,3 l,
Beschleunigung 0-100 km/h*: 8,0 sec.,
Vmax: 207 km/h,
Motor: 4-Zylinder in Reihe, Leichtmetall-Zylinderkopf und- block, 4Ventile/Zylinder, DOHC, Kette, direkte Einspritzung, 1 Turbolader, Ladeluftkühler,
Hubraum: 1.984 cm3,
max. Leistung: 180 PS/132 kW bei 3.900-6.000/min-1,
max. Drehmoment: 320 Nm. bei 1.400-3.940/min-1,
Verdichtung: 11,65 :1,
Treibstoff: 95 ROZ,
Kraftübertragung: 7-Gang, DSG, Allradantrieb, ESP,
Radaufhängung: v-McPherson-Federbeine, Dreiecksquerlenker, h-Mehrlenkerachse, v/h-Schraubenfedern, Stabilisator,
Bremsen: Scheiben, v-belüftet, ABS,
Bereifung: 215/65 R17,
Gewicht: 1.620 kg,
L/B/H: 4.700/1.880/1.680 mm,
Radstand: 2.790 mm,
Tankinhalt: 60 l,
* Werksangaben
Škoda baut mit den unterschiedlichen Kodiaq-Varianten ihren Markt im SUV Bereich weiter auf. Der Bär zeigt sich groß, aber erstaunlich wendig und übersichtlich für seine Größe. Unerwartet einfach lässt er sich sowohl über den Schotter wie auch in den Wäldern bewegen, wie es sich für einen Bären gehört.
Angefangen von dem übersichtlichen und Škoda-konformen Innenraum, hier findet alles seinen Platz und die großzügigen Ablagemöglichkeiten sind typisch für diese Marke, bis hin zu der Leder-Alcantara Innenausstattung, über Holzdesign in der Konsole wird hier nicht an Serienausstattungsdetails gespart. Das Smartphone kann per Induktion in der Mittelkonsole geladen werden, USB-Anschlüsse fehlen hier aber nicht. In und unter der höhen- und längsverstellbaren Mittelarmlehne sind weitere Möglichkeiten zum Ablegen gegeben, damit beim Off Road fahren nichts hin und her fliegt. Auch in der Türverkleidung ist Platz für zum Beispiel Getränkeflaschen und das Fach seitlich unter dem Lenkrad darf natürlich auch nicht fehlen.
Das große Touchdisplay bietet alles, was ein Škodaherz sich wünschen kann. Von den unterschiedlichen Fahrwerkseinstellungen, über Fahrzeugdaten, Škodaconnect und weiteren diversen Spielereien, ist alles dabei. Die Navigation ist erstaunlich präzise, sogar im Hinterland und auf kleinen Bergwegen zeigt es präzise den Weg an. Am Multifunktionslenkrad kann ohne Probleme alles um- und eingeschaltet werden und die kleinen Schaltwippen stören kaum.
Die Sitze sind bequem und bieten trotzdem einen guten Halt, über Stock und Stein und bergauf und bergab im Wald hat man nicht das Gefühl hin und her zu rutschen. Überrascht hat der sieben Sitzer mit seinem Platzangebot in den hinteren Sitzreihen. Die Rücksitzbank kann zweigeteilt verstellt werden und damit besteht auf den letzten beiden Sitzen, manchmal Notsitze genannt, die Möglichkeit auch für normal gewachsene Menschen, eine soweit komfortable Sitzposition zu haben, nur das Einsteigen ist etwas schwierig. Das Reserverad im Kofferraum zeigt die Cleverness von Škoda und das Mitdenken, dass Reparaturkits, oder Not-Räder im Off Road-Bereich wenig sinnvoll erscheinen. Der Kofferraumdeckel ist vollautomatisch und erleichtert so mit der hohen Laderampe das Be- und Entladen.
Am Display lässt sich auch das Fahrwerk unterschiedlich einstellen. Die Auswahl reicht von Eco über Sport bis zu Snow. Man erkennt merklich, dass zwischen Eco und Sport ein fühlbarer Unterschied besteht.
In der Mittelkonsole gibt es dann die Einstellung zum Off Road-Modus, der auch automatisch den Bergabfahrassistenten einstellt. Außen zeigt sich mit den Chromfarbenen Akzenten eine gewisse Eleganz, sowohl die Dachreling, wie auch die Spiegel und die Fenstereinfassungen finden sich dort wieder. Mit dem Unterbodenschutz, den Rad-Häusern und Türseitenschwellern in Kunststoff wird der Scout-Faktor gezeigt. Kalt wird einem im Winter auch nicht, da in der Serienausstattung nicht nur die Sitzheizung, sondern auch eine Lenkradheizung integriert ist.
Auf der asphaltierten Straße sind die verschiedenen Modi mit unterschiedlichen Änderungen angepasst. So werden beim Sportmodus die Gänge etwas später geschaltet, um in einen höheren Drehzahlbereich zu bekommen. Bei Eco Modus wird mehr auf Spritsparen geachtet und daher früher in den nächsten Gang geschaltet.
Im Off Road-Modus macht der Kodiaq seinen Bärenstatus alle Ehre. Er ist wendig und trotz seiner Größe nicht behäbig. Ohne Probleme meistert er die unterschiedlichsten Bedingungen. Sowohl am Schotter bergauf und bergab, wie auch auf Waldpfaden im Regen und auf Almen, sowie in der nassen Wiese zeigt er sein Talent. Ebenfalls auch eine rutschige Wasserdurchfahrt meistert er bravourös.
Das komplett automatische, intelligente Allradsystem vereinfacht die schwierigen Bedingungen, außerdem hat man nie das Gefühl auf manuell umschalten zu müssen, damit er mehr Zug hat.
Gutmütig zeigt er sich auch bei scharfen Abzweigungen und auf engen Serpentinen. Durch die 360 Grad Kamera und die Rückfahrkamera, wird auch ein Zurücksetzen um neuen Anlauf zu nehmen, vereinfacht. Mehr als einmal zurück muss man aber nicht und auch die „Ausweichrouten“ braucht der Kodiaq nicht. Man hat immer eine gute Sicht über den Bären. Dadurch bekommt man ein Gefühl der Sicherheit. Bergab gibt es mit dem Abfahrtsassistenten und dem Allrad in keiner Situation das Gefühl Probleme zu bekommen. Weder schiebt er unerwartet, noch rutscht er unkontrolliert. Der Kodiaq oder sein Fahrer, das kann jeder für sich entscheiden, ist immer Herr der Lage. Etwas störend sind im Off Road-Modus die Parksensoren, welche bei geringer Geschwindigkeit anspringen und nicht dauerhaft auszuschalten sind.
Durch seinen nicht zu breiten Radstand und die hohe Bodenfreiheit gab es nicht einmal ein Problem, das man irgendwo aufsitzen könnte, oder auch in schmalen Pfaden aneckt. Er beweist, dass er trotz seines nicht ganz unerheblichen Gewichts stoisch die schwierigen Bedingungen meistert und dabei nicht den Fahrer unerwartet, oder unkontrolliert durchschüttelt.
Alles in Allem muss man sagen, dass der Škoda Kodiaq Scout nicht nur wendig für diese Größe und komfortabel ist, sondern auch eine Qualität und eine Ausstattungsbreite an den Tag legt, die in der Konkurrenz nur schwer zu finden ist.